Dirk Speckmann - Für ein lebenswertes Borgholzhausen

Die Bundesregierung will grundsätzlich eine Erdverkabelung auch für die uns betreffende 380-kV-Höchstspannungsleitung erlauben.

Im September entscheidet darüber der Bundestag, der damit die Akzeptanz der Bevölkerung an den zahlreichen für die Energiewende geplanen neuen Leitungstrassen verbessern will. 

Dies ist ein erster großer Erfolg für die Bürgerinitiative und für den Stadtrat, die seit Jahren die Erdverkabelung fordern! Und dennoch nur ein erster Schritt, weitere Details dazu im Folgenden aus dem Bericht des Haller Kreisblatts.

Stromtrasse könnte nun doch im Boden versinken - Bund hält Erdverkabelung teilweise für möglich

Marc Uthmannam im Haller Kreisblatt vom 24.07.2015

Wo wird sie verlaufen? Die geplante Stromtrasse durch Borgholzhausen könnte nun doch in der Erde verschwinden – zumindest in siedlungsnahen Bereichen. Die Gegner einer mächtigen neuen Stromtrasse durch Borgholzhausen haben plötzlich politischen Rückenwind aus Berlin. Zumindest eine teilweise Erdverkabelung der Leitung erscheint nun wieder realistisch. Für Hartmut Halden, Sprecher der Initiative »Keine 380-kV-Höchstspannungsleitung«, bedeutet die neue Haltung der Bundesregierung einen „Durchbruch". Dennoch gebe es weiterhin viel zu tun.

Die Bundesregierung hatte verkündet, keine Einwände gegen eine teilweise Erdverkabelung der Stromtrasse zwischen Gütersloh nach Wehrendorf zu haben. Das würde bedeuten, dass die Leitungen zumindest in sensiblen, also siedlungsnahen Bereichen verbuddelt werden könnten. „Es hat offenbar ein Umdenken stattgefunden, das ist natürlich ein großer Erfolg für uns", kommentiert Hartmut Halden die neuesten Entwicklungen. Zwar müsse die Haltung der Bundesregierung nun auch vom Bundestag bestätigt werden, „aber ich gehe davon aus, dass diese Entscheidung nach der Sommerpause durch das Parlament gehen wird", so Halden.

Zufrieden geben mag er sich mit einer Teilverkabelung indes nicht. „Wir wollen nach wie vor den gesamten Abschnitt zwischen Halle-Hesseln und Borgholzhausen unter der Erde haben, und nicht nur Teile davon." Insgesamt sieht er deshalb in der Stellungnahme der Regierung zwar einen Fortschritt, „aber Klarheit herrscht noch nicht".

Denn dass eine Erdverkabelung möglich oder vorstellbar sei, bedeute ja noch nicht ihre Umsetzung. „Wir müssen weiterhin die Beteiligten zusammenbringen und unsere Argumente vortragen", sagt der Sprecher der Initiative – dass am Ende ein Erfolg für die Gegner der oberirdischen Stromtrasse stehen wird, davon geht Hartmut Halden mehr denn je aus.

Vorsichtiger äußert sich da schon Borgholzhausens Bürgermeister Klemens Keller. Er sieht nun zwar eine Chance auf teilweise Erdverkabelung, hatte zuletzt aber immer wieder auf höhere Kosten der Erdverkabelung verwiesen.

SPD-Bürgermeisterkandidat Dirk Speckmann sieht in dem Signal aus Berlin einen „notwendigen ersten Schritt, aber weitere müssen folgen". Denn schließlich gebe es bereits ein Planfeststellungsverfahren für die Trasse. „Das müsste erheblich überarbeitet werden", sagt Speckmann, der aber politische Signale von NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin erhalten hat, „dass man in der Planung flexibel wäre, sollte es auf Bundesebene gesetzliche Neuerungen geben - und das zeichnet sich ja nun eindeutig ab."

Selbst wenn die politischen Weichen gestellt wären, müsste der Netzbetreiber Amprion dieses Projekt allerdings noch angehen – womit wieder das Kostenargument ins Spiel käme. Dirk Speckmann sieht es nicht als entscheidend an: "Amprion würde die Investitionen schließlich refinanziert bekommen."