klimaschutz und mobilität
Machen ist wie Wollen – nur krasser …
Borgholzhausen hat seit 2013 ein vom Stadtrat beschlossenes Klimaschutzkonzept und seit 2017 ein ergänzendes Mobilitätskonzept. Es erfolgt eine regelmäßige Evaluation und Fortschreibung, inzwischen mit den beschlossenen Klimaanpassungsmaßnahmen zusammengefasst als Klimapolitisches Arbeitsprogramm. Eine Fülle von Maßnahmen wurde in alle den Jahren beraten, beschlossen und in unserer Zuständigkeit auch größtenteils umgesetzt. Auch die regelmäßigen Gold-Zertifizierungen beim European Energy Award belegen, dass Borgholzhausen ein Vorreiter im Bereich Klimaschutz ist. Diesen eingeschlagenen Weg werde ich konsequent weitergehen und die Konzepte mit deren Maßnahmen entsprechend umsetzen und weiterentwickeln. Im Bereich Radwegebau und Mobilität sind wir aber von höheren Ebenen abhängig.
Energie effizient nutzen und regenerativ erzeugen
Unsere Stadtverwaltung ist seit Jahren Vorreiter bei Maßnahmen beim Energiesparen und der Defossilisierung. Hierzu gehören umfangreiche energetische Sanierungen der kommunalen Gebäude, zwei Nahwärmeverbünde auf Basis von Hackschnitzelheizungen, Stromerzeugung durch PV-Anlagen und Einkauf von Ökostrom, Optimierung der Pumpenauslegung von Wasserwerk und Abwasserbetrieb, und ganz aktuell der Einsatz von Wärmepumpentechnologie im Freibad.
Im Verkehrssektor bemühen wir uns um den Umstieg auf Elektroantriebe. Wo sinnvoll und möglich stellen wir seit Jahren den städtischen Fuhrparks entsprechend um, uns schaffen auch entsprechende Voraussetzungen für unsere Bürger:innen: Gemeinsam mit örtlichen Sponsoren und dem Partner innogy (heute westenergie) haben wir schon seit Jahren eine hohe Dichte an 22 kV-Ladepunkten in der Stadt. Noch nicht gut versorgt sind wir mit Schnellladestationen, und auch Bemühungen um eine Wasserstofftankstelle mit lokaler Erzeugung an der A33-Anschlussstelle im IBV waren noch nicht von Erfolg gekrönt.
Durch zahlreiche private Initiativen im Bereich Windkraft, Photovoltaik und Biogas als auch durch die städtische Holzhackschnitzelheizung im Ortskern haben wir in unserer Stadt ein hohes Maß an regenerativer Energieerzeugung. Die Energiewende führt dazu, dass dieses auch in Borgholzhausen noch weiter forciert werden wird. Und mit der Klimaschutzsiedlung Enkefeld haben wir Pionierarbeit geleistet, die dortigen energetischen Vorgaben sind heute bundesweit Standard für Neubauten.
Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben werden wir für den Gebäudesektor eine Wärmeplanung durchführen. Mangels öffentlichem Fernwärmenetz wird für die allermeisten Gebäude aber wohl auf Dauer der Einbau von Wärmepumpentechnologie notwendig. Da wohl noch viele Jahre lang zu wenig regenerativ erzeugter Wasserstoff als guter Energiespeicher verfügbar ist, wird eine aus meiner Sicht wünschenswerte entsprechende Nutzung des vorhandenen Gasnetzes mit modernen Brennstoffzellen wohl leider keine realistische Lösung sein.
Alltagstaugliche Radwege
Mit seinem Mobilitätskonzept hat Stadtrat schon 2017 diverse Maßnahmen zum alltagstauglichen Ausbau unserer Radwegestruktur beschlossen. Durch die inzwischen sehr verbreiteten E-Bikes werden die noch wichtiger und dringender.
Da wir insbesondere bei Fernradweg und Veloroute gen Bielefeld als auch bei wünschenswerten Radwegen nach Melle nicht Straßenbaulastträger sind, steht hier das stete Werben und Fordern bei den Verantwortlichen im Vordergrund. Die Aufnahme dieser Verbindungen in die Alltagsradwegenetzkonzepte des Kreises Gütersloh und der Regiopolregion Bielefeld lassen hoffen. Radwege entlang Wellingholzhauser Straße und Meller Straße gen Niedersachsen wird es kurzfristig aber wohl leider nicht geben.
In eigener Hand haben wir Teile des radgerechteren Umbaus der Bahnhofskreuzung und vor allem einen beidseitigen richtungsgebundenen Rad- und Gehweg entlang der Bahnhofstraße vom Berghauser Weg bis zum Enkefeld. Hier arbeitet die Stadtverwaltung mit einem Planungsbüro an ersten Konzepten, schwierig gestaltet sich derzeit vor allem die Entwässerung. Ohne umfassende Fördermittel werden wir eine in den kommenden 2-3 Jahren wünschenswerte Umsetzung aber wohl finanziell nicht stemmen können.
ÖPNV verbessern
Ein weiterer Schwerpunkt des Mobilitätskonzeptes ist die Verbesserung des ÖPNV, insbesondere durch Halbstundentakte von RB75 „Haller Willem“ und der möglichst bis zum Bahnhof fortzuführenden Buslinie 62.
Die erheblichen Kostensteigerungen bei den ÖPNV-Betreibern erschweren hier wünschenswerte Fortschritte, derzeit liegt der Fokus eher auf einer Stabilisierung und wieder höheren Zuverlässigkeit des bisherigen Angebotes. Durch Optimierungen beim Schülertransport könnten aber meiner Überzeugung nach Mittel freigesetzt und auf besondere Herausforderungen der Busunternehmen eingegangen werden.
Engagiert unterstütze ich mit Rückendeckung des Stadtrates den Bau eines Begegnungsgleises am Haltepunkt Westbarthausen. Dieser ist eine wichtige Voraussetzung für den künftigen Halbstundentakt der RB75 auch zwischen Halle und Osnabrück.
Stolz bin ich auf die auch optisch gelungene neue Mobilstation am Bahnhof als moderner Verknüpfungspunkt zwischen Bahn, Bus und Individualverkehr. Und auch die auf meine Initiative hin entstandene neue Innenstadtlinie für die Beförderung der Grundschüler hat sich bewährt.
Der schrittweise erfolgende barrierefreie Umbau von Haltestellen mit guten Wartehallen und Radabstellanlagen an allen stärker frequentierten Haltestellen runden das ÖPNV-Konzept ab. Trotz bereitstehender Fördermittel haperte es hier zuletzt leider an Planungsressourcen bei den beauftragten Planungsbüros und teils auch an der nötigen Mitwirkung von Privateigentümern.
Alternativen zum Privatwagen
Außerhalb der großen Städte werden viele Menschen weiterhin auf ihr privates Kraftfahrzeug angewiesen sein und bleiben, da bildet Borgholzhausen keine Ausnahme. Doch zumindest für einen Verzicht auf den häufigen Zweitwagen möchte ich gerne für die Menschen vor Ort die Gegebenheiten verbessern.
Wesentlich dazu sind einerseits – wie oben schon beschrieben – ein zuverlässiges ÖPNV-Angebot in guter Taktung, sichere Radwege und attraktive Haltestellen. Entscheidend dazu beitragen kann aber insbesondere ein gutes Car-Sharing-Angebot. Gemeinsam mit Partnern und erheblichen Fördermitteln bildet derzeit das von der Stadtverwaltung entwickelte innovative „Linien-E-Carsharing“ eine gute Lösung für die „letzte Meile“ bis zum Bahnhof oder auch von dort zum Arbeitsort, kostenlos im ÖPNV-Ticket enthalten. Da die Elektrofahrzeuge bei Verfügbarkeit auch als klassisches CarSharing genutzt werden können, stehen sie allen Bürgern nach Registrierung auch für Gelegenheitsfahrten zur Verfügung.
Da das alles noch sehr kostenintensiv ist setze ich darauf, dass sich Mobilität im ländlichen Raum durch das autonome Fahren auf Dauer deutlich umfassender und zugleich effizienter gestaltet.